Ich habe das Gefühl, dass dieses Vorurteil von den Medien vermittelt wird. Kaum eine blinde Person wird ohne eine dunkle Brille dargestellt. Dabei spielt die Medienform – digital oder Print – keine Rolle.
Inhaltsverzeichnis
- Die dunkle Brille und Blindheit
- Die dunkle Brille in den Medien
- Gib meiner Arbeit Flügel
- Was genau kann eure Hilfe eigentlich bewirken?
- BlVerleihe meiner Arbeit Flügel
- Was genau kann deine Hilfe bewirken?
- Bleibe auf dem Laufenden
- Neuste Beiträge
Die dunkle Brille und Blindheit
Denken wir an blinde Personen kommen uns Bilder von Berühmtheiten aus den Medien ins Gedächtnis. Bilder von Menschen wie Stevie Wonder; Joana Zimmer; oder Ray Charles Blinde Persönlichkeiten, die das Bild eines blinden Menschen geprägt haben. Ebenfalls trugen sie alle eine dunkle Brille. Dies ist kein Vorwurf an die Personen, sondern zeigt, dass wir auch mehr Repräsentation von behinderten Menschen in den Medien brauchen. Nur so können verschiedene Lebensrealitäten abgebildet werden.
Bei verschiedenen Erkrankungen oder Gendefekten können Symptome, wie zum Beispiel eine erhöhte Blendempfindlichkeit auftreten. Beispielsweise bei LHON (Lebersche Hereditäre Optikus Neuropathie) oder RP (Retinitis Pigmentosa). Hierfür steht eine Kantenfilterbrille als Hilfsmittel zur Verfügung mit unterschiedlichen Tönungen.
Die dunkle Brille in den Medien
Das Stereotyp der dunklen Brille wird oftmals in den Medien genutzt. Dabei fehlt oft das Wissen, das viele blinde Menschen Kantenfilterbrillen nutzen, die in verschiedenen Tönungen existieren. Wir finden Beispiele in der Serie/Film „Daredevil“ oder „Don‘t look up“. In „Don‘t look up“ griff ein FBI-Agent auf diesen Stereotyp zurück, um eine blinde Person darzustellen. Ein weiteres Beispiel findet sich In dem Tatort „Blind Date“ (2021). Dort spielte die Schauspielerin Henriette Nagel eine blinde Jurastudentin und auch hier wurde sich dem Stereotyp einer dunklen Brille bedient.
Natürlich gibt es auch Personen, die Sonnenbrillen tragen. Dadurch werden blinde Personen in den Medien stigmatisiert dargestellt. Verzichtet wird hier auf eine individuelle und realistische Darstellung. Hierbei machte ich die Erfahrung, dass Personen von plötzlicher Genesung sprechen, wenn ich meine Brille ausnahmsweise nicht trage. Die Behinderung wird dann teilweise abgesprochen, da sie nur mit Brille vorhanden sein kann. Habe ich dir Brille auf, wird mit schneller Hilfe angeboten. Damit ich als „blind“ erkannt werde, bekam ich den Tipp, die Brille zu tragen. Der Grund hierfür: Der Langstock wird oft nicht erkannt. Jedoch darf Stigmatisierung nicht die Lösung sein.
Dabei ist die Verwendung dieses Stereotyps nicht das einzige problematische, das in den Medien eingesetzt wird. Zum Beispiel spielen nicht-behinderte Schauspieler*innen oft eine behinderte Person. Dies nennt man „cripping up“. Das bedeutet nicht, dass es keine behinderten Schauspieler*innen gibt, sondern dass es an einer Zusammenarbeit mit ihnen fehlt. Ein Beispiel hierfür ist Woody Harrelson der im Film „7 Leben“ einen blinden Telefonisten spielt. Dabei können sie mehr als eine behinderte Person spielen. Sie können ebenfalls Nachbar*in, Anwält*in oder Partner*in sein.
In Film- und Fernsehen werden behinderte Menschen oft als Held*innen dargestellt. Dabei bedienen sie sich Narrativen wie dem „Gehör-dem nichts entgeht“ Dardevil kann so über den Regen die Konturen von Personen wahrnehmen. Oder sie werden als Opfer ihres Schicksals repräsentiert. Damit fehlt es nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera an einem Einbezug von behinderten Menschen. Im Bereich Diversität und Repräsentation von behinderten Menschen in den Medien stehen wir also noch relativ am Anfang. Wie sich dieser Bereich weiterentwickelt, bleibt daher spannend.
Quellen
https://www.pro-retina.de/leben/krankheitsbilder/vererbbare-sehbahnerkrankungen/lhon/fakten-zu-lhon
https://www.donaukurier.de/archiv/blind-date-mit-heike-makatsch-1705912
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